von Marielle Seitz 

Ein Non-Profit-Projekt des Instituts für Kreativität und Pädagogik / München

Projekt und Idee: Marielle Seitz, Institut für Kreativität und Pädagogik UG, München

Li ebensbriefe sind von der Grundidee her ein Wortspiel zwischen Liebes- und Lebensbriefen

Die Idee ist ganz einfach: Kinder schreiben und zeichnen Li ebensbriefe an Menschen und Tiere, die nicht mehr auf Erden sind. Wo Worte fehlen, helfen Bilder und Rituale. Kinder stellen Fragen und haben auch eigene Phantasien zu dem Thema Leben und Tod. Das Zeichnen der Liebensbriefe ist eine sinnliche und sinnvolle Kommunikation zwischen Kindern und Verstorbenen. Kinder lassen uns durch die Darstellung im Bild an ihren Fragen, Phantasien, Wünschen Ängsten und Hoffnungen teilhaben. Die in Bildern und/oder Worten erzählten Geschichten der Kinder bringen innere und äußere Erlebnisse zum Ausdruck. Das Projekt veranschaulicht das existentielle Thema Tod im Leben der Kinder und ihrer Familien. 

Li ebensbriefe als Raum-, Klang- und Windskulptur 

Dieses interreligiöse, künstlerische Projekt will die Auseinandersetzung mit dem Tod auf eine neue, lichte Weise in die Gesellschaft bringen und wirkt im Sinne von Joseph Beuys als soziale Plastik. Als Raum-, Klang- und Windskulpturen spielen die Zeichnungen mit den Elementen der Natur. Die Kinder senden ihre Gedanken mit dem vom Wind bewegten Blättern auf eine Reise. Es zeigt den beteiligten Kindern und Besuchern der Ausstellungen einen neuen, lichten, phantasievollen und offenen Weg, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Li ebensbriefe sind Botschaften aus dem Leben der Kinder

Mehrere Tausend Kinder haben sich bislang beteiligt und es werden immer mehr. An unterschiedlichen Orten werden die Arbeiten der Kinder in einer Installationen miteinander "verbunden". Während die Naturbezogenen Installationen durch Klänge, Bewegungen und Lichtbrechungen der im Wind flatternden, auf Folien geschriebenen Liebensbriefe das sinnliche Erleben jedes Betrachters verstärken, vermitteln die Präsentationen beispielsweise in kirchlichen Innenräumen Eindrücke von der spirituellen Bedeutung der Kindlichen Todesvorstellungen.

 Marielle Seitz / Kunstpädagogin

Liebensbriefe - ein künstlerisch / kunstpädagogisches Projekt  

Das Projekt ist nicht therapeutisch, sondern künstlerisch und kunstpädagogisch ausgerichtet. Es enthält jedoch großes Potential, das auch in der Kunsttherapie sinnvoll genutzt werden könnte. Kinder sind lebensorientiert. Auch wenn der Tod bei Ihnen Ängste und Trauer auslöst, fehlt ihnen die Fähigkeit zur Verdrängung und Tabuisierung des Todes. Sie verfügen aufgrund ihrer Entwicklungsdynamik über flexible offene Strukturen und sogar bei traumatischen Erfahrungen mit dem Tod eines geliebten Menschen über ausreichende Stärken, tiefe seelische Empfindungen auszudrücken und mitzuteilen. 

 

Die Liebensbriefe der Kinder, ihre inhaltliche und ästhetische Qualität, ihre Poesie und Ausdruckskraft können deshalb für sie selber, aber auch für jeden von außen kommenden Betrachter eine große Hilfe in der Bewältigung von Ängsten vor dem Tod oder von Hilflosigkeit und Trauer im Zusammenhang mit dem Verlust eines geliebten Menschen sein.                                                         

Universitätsprofessorin Dr. Barbara Wichelhaus (Kunstpädagogik/Kunsttherapie) 

Neue Ideen brauchen neue Techniken (Zeichentechnik) 

Liebensbriefe werden in einer speziellen Technik ausgeführt. Auf einer Spezialfolie, die für Blinde entwickelt wurde, wird mit einem weißen Stift gezeichnet und auch geschrieben und mit weißen Kreiden gemalt. Die so entstehenden Spuren sind eingeprägt und können haptisch ertastet werden. Die Ästhetik dieser Technik ist besonders fein und ungewöhnlich. Weiße Zeichnungen auf weißen, transparenten Folien lassen das Licht durchscheinen.

 

Die Zeichnungen und Schriftbilder der Kinder auf transluzenten Folien beziehen den Blick in die dahinter liegende Welt mit ein. Die Transparenz der Zeichnungen vermittelt Spiritualität. Die Kinder senden Ihre Gedanken mit den vom Wind bewegten Blättern auf eine Reise. 

  Marielle Seitz / Kunstpädagogin

Der Tod als individuelle und Kulturelle Erfahrung im Leben von Kindern

Kinder werden in unserer Gesellschaft oft vor der Realität des Todes "geschützt". Man vermeidet, sie mit dem Tod oder sterbenden Menschen zu konfrontieren, da man befürchtet, dass sie davon emotional stark betroffen werden, ohne solche Erfahrungen bereits verarbeiten zu können. Viele Erwachsene sind hilflos, wenn sie Kindern das Sterben oder den Tod von Angehörigen vermitteln sollen. 

 

Dieses Thema sinnvoll und würdevoll für Kinder zu initiieren ist ein besonderer Verdienst von Marielle Seitz. Sie hat einen beeindruckenden Weg gefunden, Kinder an diese Problematik heranzuführen, indem sie es ermöglicht hat, kreative Potentiale im Umgang mit frühen Todeserfahrungen und -erlebnissen zu fördern und repräsentativ zum Ausdruck zu bringen.

 

Ausgehend von der Idee, das Motiv Tod für Kinder nicht auf der Darstellungsebene ("Male ein Bild zum Thema Tod") sondern auf einer individuellen Mitteilungsebene zu verankern, lässt sie Briefe an verstorbene Menschen aber auch Tiere schreiben, Adressaten, die den Kindern nahe standen und in der Erinnerung und damit auch im Leben noch präsent sind. 

  Universitätsprofessorin Dr. Barbara Wichelhaus (Kunstpädagogik/Kunsttherapie) 

Das Projekt Liebensbriefe in Kooperation mit kukonti

Liebensbriefe in Ihrer Einrichtung

Wenn Sie mit Ihrer Einrichtung, Kirchengemeinde, Kindergruppe etc. an diesem Projekt teilnehmen möchten, dann wenden Sie sich gerne an uns. Über unser Kontaktformular, per Mail so wie telefonisch können Sie Kontakt mit uns aufnehmen. 

 

Wir kommen gerne in Ihre Einrichtung - Kindergarten, Schule, Kirchengemeinde etc. - um im persönlichen Gespräch ggf. Fragen zu beantworten oder die Umsetzung zu besprechen.   

Tel.: 06409/ 66 28 592

Mobil: 0175/ 96 46 520

Email: info@kukonti.com

 

Ansprechpartnerin: Henrike Engelhardt 

Teilnahme & Umsetzung

Für das Thema selbst gibt es keine direkten Vorgaben, sondern lediglich ein paar Anregungen. Manche Einrichtungen machen vorab eine Themenwoche, andere planen mit Ihren Kindern einen Ausflug auf den Friedhof; Ideen und Bilderbücher zum Thema Tod können ausgetauscht werden. Bei der Umsetzung bzw. Gestaltung der Liebensbri efe ist die einzige Vorgabe, die Kinder frei zeichnen und schreiben zu lassen. Dieser Freiraum ist nötig, weil das Thema zwar universell ist und zu jedem Leben gehört, jedoch die persönlichen Erfahrungen der Kinder beachtet werden müssen. 

 

Dabei sein können Kinder ab 3 Jahren. Nach oben gibt es natürlich keine Altersbegrenzungen. Der Erfahrung nach finden die Kinder auf ihre Art und Weise einen Zugang. Wie wir das Thema in Zusammenarbeit mit Ihnen - in Ihrer Einrichtung - einführen & umsetzten ist von der jeweiligen Situation abhängig und liegt in Ihrem Ermessen. Wichtig ist, dass die Kinder ihren Gedanken, Wünschen, Phantasien und Ängsten freien Lauf lassen! Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Jeder Liebensbrief ist ein persönliches Dokument und soll nicht gewertet oder bewertet werden. 

 

Kindergartenkinder unterscheiden normalerweise noch nicht zwischen Zeichnen und Schreiben. Sie entwickeln ihre eigene Zeichen- und Bildsprache. Allmählich fügen sich Buchstaben aus dem Alphabet ein. Vorschul- und Schulkinder probieren gerne Muster aus. Hier kann man auch ein paar Anregungen geben (Schraffuren, Kreise, Kringel, Zick-Zack, Streifen, Karos etc.) dann wird die Zeichnung differenzierter und interessanter. Ältere Kinder werden in der Regel den Brief schreiben und das Geschriebene mit Zeichnungen illustrieren. 

  Marielle Seitz / Kunstpädagogin

Weitere Informationen finden Sie unter: www.liebensbriefe.de 

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